Personalsuche

Schlechte Personal-Suche:

Unternehmen sind selbst schuld am Fachkräftemangel

Personaler klagen, dass sie immer weniger geeignete Bewerber für vakante Stellen finden. Doch das ist falsch. Sie suchen nur an den falschen Stellen. Und wenn doch der Richtige vor der Tür steht, erkennen sie ihn nicht.

In Deutschland gibt es immer weniger junge Menschen. Die, die den Unternehmen zur Verfügung stehen, können mit Ach und Krach ihren Namen schreiben und haben keinerlei soziale Kompetenzen. Das führt zum bundesweiten Fachkräftemangel – so die Klage von Chefs und Personalmanagern. Es gibt zwar Statistiken, die das Gejammer stützen – laut dem Bundesverband der Personalmanager werden bis zum Jahr 2020 rund 2,4 Millionen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen – aber es sind nicht nur der demografische Wandel und der Bildungsnotstand, worüber sich Unternehmen Gedanken machen sollten. Ein Großteil der Schuld liegt nämlich bei ihnen selbst.

Es gibt genug exzellente Talente. Unternehmen schauen oft nur nicht ganz genau hin.

Das beweisen eine Vielzahl von Studien ,mit dem Ergebnis:  Deutsche Unternehmen haben Supertalente – sie müssen sie nur finden. Dass sich die Unternehmen dabei so schwer tun, liege daran, wo sie suchen. Nämlich auf dem Arbeitsmarkt. Perlen finden sich aber vor allem in den Betrieben selbst – nur sehen viele vor lauter Bewerbern die eigenen Leute nicht mehr.

Mitarbeiter fördern und fordern

Dabei halten 79 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen in Deutschland interne Rekrutierung für ein wichtiges Tool zur Mitarbeiterbindung. Wer entsprechende Weiterbildungen und Beförderungen genießen darf, bleibt seinem Arbeitgeber schließlich treu. Dies steht auch in engem Zusammenhang damit, dass 59 Prozent der Chefs fürchten, ihre Leistungsträger zu verlieren, wenn sie nicht intern rekrutieren. Trotzdem wird nur ein Drittel der vakanten Stellen intern besetzt. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen also Welten.

Das größte Problem ist, dass Unternehmen intern die falsche Person befördern. Ein Phänomen, was auch auf dem freien Arbeitsmarkt häufig vorkommt. So zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie, dass rund 37 Prozent der ausgeschriebenen Stellen mit ungeeigneten Bewerbern besetzt werden, weil Personaler keine geeigneten Kandidaten finden.

Bessere Ergebnisse würde man erzielen, wenn die Haltung und die Leidenschaft des Bewerbers auf die Probe gestellt würden – anstatt Fremdsprachenkenntnisse, Zeugnisse und Referenzen abzufragen.

Der amerikanische Online-Versender Zappos zum Beispiel fragte seine Bewerber: „Wie glücklich sind Sie auf einer Skala von eins bis zehn?“ Denn glückliche Menschen finden bessere Lösungen – auch für Probleme im Beruf. Der hochdekorierte Harvard-Absolvent, der mit sich und seinem Leben unzufrieden ist, nutzt dagegen nur dem Image des Personalers.